Ernst Fischer

Michelangelo, das grosse Vorbild (3)

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Wohl kaum hätte Michelangelo so reagiert!

Dieser Fremde ist dabei, eine Schwingung zu schaffen, die für den Davide fatal wäre. Eine, die das einzigartig schöne Bild das Michelangelo in seinem Geiste pflegte, zerstören würde. Ich kann mir eher vorstellen, dass Michelangelo auf diesen Amateurbildhauer so total ausser sich losgegangen wäre wie ein Bauer auf die Krähen die seine Felder heimsuchen. Wahrscheinlich hätte er ausser sich und unüberhörbar befohlen: „Finger weg von meinem Davide!“  Was er damit aus tiefster Seele unmissverständlich kund tat ist: „Hör auf meine Schwingung verändern zu wollen!  –  Das ist meine eigene energetische Schwingung!“

Wir können verstehen, dass Michelangelo sein Meisterwerk so vehement verteidigt hätte. Doch wir selbst verteidigen das Bild das wir in unserem Kopf haben leider nur ganz selten so energisch. Höchstens dann, wenn der Rest der Welt versuchen würde an unserem eigenen Traum herum zu meißeln. Was die Außenwelt von uns will hat gewöhnlich nichts mit unseren ureigensten Schwingungen zu tun. Das ist für uns in diesen Fällen so unwahrscheinlich wie die Entscheidung einer Eichel, mitten im Wachstum zu einem Eichhörnchen zu werden.

Äußere Einflüsse versuchen fortwährend in unserer Energien gegenteilige Energien einzubringen oder solche, die nicht mit unserer Energie harmonieren. Sobald wir uns gefühlsmäßig auf solche äußeren Einflüsse einlassen wird unsere eigene, schöne innere Davide-Statue total zerstört… sie zerfällt… was wir uns in unserem Leben am meisten wünschen schwindet dahin.  –  Um dies zu vermeiden müssen wir uns intensiv darum bemühen, dass wir uns andere, positive Ergebnisse wünschen.

Ich habe Sie gebeten einen Blick auf die bisher erreichten Ergebnisse Ihres Lebens zu werfen. Kehren wir nun zu den Gedanken zurück die Sie hatten als ich Ihnen diese Fragen stellte.

 Und hier beginnt der zweite Schritt:

 Ich möchte herausfinden woher diese Gedanken kommen.

 Michelangelo wurde von verschiedenen Seiten wiederholt erzählt, dass sein Marmorblock nichts Gutes enthielte. Drei andere Bildhauer hatten dies bereits behauptet. Aber Michelangelo kümmerte sich nicht darum, was diese dachten. Diese fremden Gedanken waren nicht in Übereinstimmung mit seiner eigenen energetischen Schwingung. Also schob er deren negativen Meinungen beiseite und fuhr unbeirrt mit seiner Arbeit fort.

  • Gründen Sie das Meisterwerk Ihres Lebens auf den Gedanken anderer?
  • Sind es wirklich Ihre eigenen Gedanken?
  • Oder die Ihrer Eltern?
  • Eines Lehrers?
  • Ihrer Partnerin oder Ihres Partners?
  • Eines Freundes?
  • Wollen Sie so leben wie diese?
  • Wollen Sie nach deren Regeln leben?

„Natürlich nicht!“, werden Sie sagen. Warum also lassen Sie deren Gedanken Einfluss auf Ihre eigene Schwingung nehmen, auf die Ergebnisse für Ihr Leben?  –  Glauben Sie wirklich, dass Michelangelo eine Meute von Zaungästen gehabt hat, die ihm sagten, dass es wirklich besser wäre, wenn er Davides Arm entweder da oder dort anbringen würde?

Tatsächlich wird folgende Geschichte erzählt: Als Michelangelo die vollendete Statue seinem Mäzen Piero Soderini vorstellte, hatte dieser die Dreistigkeit dem Künstler zu sagen, dass Davids Nase zu lang sei. Michelangelo tat daraufhin so als höre er auf diesen Rat und kletterte wieder auf das Gerüst. In der einen Hand hielt er den Meißel in der anderen verbarg er etwas Marmorstaub. Nach einigen Minuten rieselte etwas Marmorstaub auf  Soderinis Füße herunter. Michelangelo hatte nichts anderes getan, als seine geschlossene Faust ein wenig zu öffnen um so dass er den Marmorstaub herabregnen zu lassen. Aber Piero Soderini war nun felsenfast davon überzeugt, dass Davides Nase „jetzt wirklich perfekt „herausgearbeitet“ war.

Michelangelo wusste, dass Davids Nase so war, wie er sie sich vorgestellt hatte. Er ließ es nicht zu, dass irgendjemand dieses Bild änderte.

Es mag sein, dass Sie mit Ihrem Leben nicht zufrieden sind. Jedoch, solange Sie sich nicht wirklich und wahrhaftig darum bemühen herauszufinden woher die Gedanken kommen die zu diesen für Sie unbefriedigenden Ergebnissen geführt haben – bevor Sie nicht erkennen, dass das Bild das Sie erschaffen nicht Ihr eigenes ist, so lange können Sie auf dem Weg zu einem besseren Leben nicht viele Fortschritte erzielen. Wenn Sie sich die Zeit nehmen die Ergebnisse Ihres Lebens ernsthaft zu hinterfragen, kann das Ihnen ebenso Licht in das Dunkel Ihres Lebens bringen, wie der Leuchtturm an der Küste, der mit seinem Lichtstrahl das Licht zur Orientierung in die dunkle, schwarze Nacht hinaussendet.

Nun ist die Zeit gekommen für den dritten Schritt:

Wie ernst ist es Ihnen damit, die für Sie bedeutenden Dinge zu erreichen?

 Bevor irgendetwas geschehen kann müssen Sie sich selbst aus tiefster, eigener Überzeugung vornehmen den Grund für Ihre Situation zu finden und zu ändern.

Michelangelo hat sich den vollendeten Davide in seinem Kopf so deutlich vorgestellt und sich so intensiv vorgenommen dieses grossartige Ergebnis zu erschaffen, dass er bei einer Berührung des zerstörten Marmorblocks wusste: Davide – und nichts anderes als Davide – befindet sich unzerstörbar in diesem Marmorblock.

Im bekannten Museum, der Academia von Florenz steht sein Davide heute als Zeichen für Michelangelos eisernem Vorsatz und dem unbeugsam starken Willen etwas Einzigartiges zu erschaffen.

Noch faszinierender sind für mich jedoch die unvollendeten Werke vom Meister Michelangelo, die in der Galerie auf dem Weg hin zu Davide aufgereiht sind. In einem Marmorblock sehen Sie Atlas, die Welt auf den Schultern aber die Beine noch im marmornen Grund. In einem anderen erkennen Sie die Schultern und das liebliche Profil einer Frau, doch ihr Haar steckt noch im Stein. Es gibt etwa ein Dutzend solcher aussergewöhlichen Statuen in unseren Augen leider unvollendet, doch in Michelangelos Augen nichts anderes als vollständige, dreidimensionale Figuren. Für Michelangelo stellte sich nicht die Frage, WEN der Marmor in seinem kalten Griff hielt. An diesen unvollendeten Werken findet sich kein zögerlicher Hammerschlag. Diese sind genauso kühn aus dem Stein geschlagen und gestaltet wie die polierte, fertige Form von Davide am anderen Ende der Halle. Der Künstler ließ gefühlsmässig das Leben einfach hinter sich, bevor er diese Meisterwerke vollständig befreien konnte. Michelangelo hatte sich vorgenommen das Meisterwerk zu Ende zu führen, da er vom ersten Schlag an das fertige Ergebnis sah.   –  Haben Sie sich wirklich ernsthaft vorgenommen Ihr Meisterwerk zu gestalten?
Van Gogh hat einmal gesagt: „Ich träume meine Gemälde und male meinen Traum.“

Wovon träumen SIE?  –  Was sehen Sie ohne jegliches wenn und aber, nur für sich selbst im Marmorblock Ihres Lebens?

Nehmen Sie sich ernsthaft vor es zu verwirklichen. Denken Sie immer daran  –  wir sprechen über IHR Leben!

Das Leben das vor Ihnen liegt ist der feinste Marmor. Darin befinden sich so viel Vollkommenheit und Schönheit, dass Sie nicht einfach so hier mal und da mal ein bisschen daran herummeißeln können. In diesem Marmor den Sie Ihr Leben nennen, steckt ein solches Meisterwerk, dass Sie nicht länger daran herumpfuschen dürfen. Sie sind kein Amateur. Sie wissen was Sie aus Ihrem Leben machen wollen. Sie haben seit Jahren davon geträumt.

Also nehmen Sie den Meißel auf und beginnen Sie noch heute damit daraus Ihre Wirklichkeit, Ihr Meisterwerk zu schaffen!

 

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