Ernst Fischer

Erinnerungen an einen spannenden Lebensabschnitt

| Keine Kommentare

Ein kleiner Querschnitt durch das spannen Leben eines Freundes …eine unvergesslich schöne und interessante Zeit.

Die spannende Rückschau auf ein einzigartiges, wunderbares und etwas turbulentes Leben mit vielen Ups und Downs. Unter dem Strich und vor allem aus heutiger Sicht betrachtet die folgende Erkenntnis: “Mit grosser Sicherheit würde er alles in jeder Hinsicht ganz genau gleich anpacken ausser einigen wenigen unerfreulichen Begebenheiten”.

In einer Kleinstadt geboren, aufgewachsen und zur Schule gegangen in einer Schweizer Grossstadt. Bis zu dem Zeitpunkt verlief sein Leben in geordneten Bahnen. Mit rund 15 Jahre entschloss der Junge sich nach einigen wichtigen Abklärungen sein Elternhaus zu verlassen. Dies um per Autostopp nach der wunderschönen Königsstadt Apeldoorn in Holland “auszuwandern”.  Zu der Familie De Jonk, die als Kriegsflüchtlinge im dritten Jahr des zweiten Weltkrieges bei der Familie des Jungen wohnen durften. Seine Mamma und er unterhielten immer wieder schriftlichen Kontakt mit dieser sehr netten Familie. Das war schlussendlich auch der eigentliche Auslöser, dass er diese Reise planen und durchführen durfte. Dies, um das fantastische Angebot von Herr De Jonk begeistert und gerne anzunehmen. Er konnte während der Zeit seines Aufenthaltes bei dieser Familie wohnen. Die Niederlande lernte er durch viele Ausflüge zusammen mit mit dem Sohn der Familie kennen. Nach ziemlich genau einem halben Jahr kehrte er wieder zurück in die Schweiz um mit seiner guten, „zweistufigen“ Ausbildung zu starten.  

Die heutigen, beliebten Schnupperlehren existierten zu jener Zeit noch nicht. So versuchte er sein Glück als erstes bei der damaligen bekannten Schweizerischen Reederei AG in Basel im Fahr- und Hafendienst. Aus gesundheitlichen Gründen musste er jedoch diese Ausbildung schon bald abbrechen. Aus diesem Grunde wollte er sich nach einer anderen Lehrstelle umsehen. Weil damals ein ziemlich grosser Bedarf an Kochlehrlingen bestand empfahl ihm der Berufsberater eine Kochlehre. Er hatte für ihn auch sofort eine gute, renommierte offene Stelle. Ein damals weit über die Stadt hinaus bekanntes Speiserestaurant in Zürich war seine zukünftige neue, wichtige Ausbildungsstätte. Bei Küchenchef Hanselmann, einem sehr strengen jedoch kompetenten und gerechten Lehrmeister und Herr “Papa” Weber, dem Inhaber des Restaurants, startete er seine neue Ausbildung. Mit “Papa“ Weber lernte er einen wirklich echten Patron kennen. Einen, wie er in seinem späteren Leben so nie mehr Kennenlernen durfte.

Nach dem Abschluss dieser abwechslungsreichen und interessanten Zeit zog es ihn jedoch mit aller Macht wieder in die Ferne. In jeder freien Minute studierte er in allen damals erhältlichen schweizerischen und ausländischen Zeitungen die vielen verschiedenen Stellenangebote. Ein grossartiges Stellenangebot als Koch auf der christlichen Seefahrt stach ihm plötzlich in die Augen. Er bewarb sich um diese Stelle und bekam eine provisorische Zusage. Wenige Wochen später, nach einem Vorstellungs-gespräch in Hamburg, erhielt er seine definitive Anstellung als Schiffskoch. Mit dem Anstellungsvertrag in der Tasche fuhr er zurück nach Hause um seine lieben Eltern und die Verwandte darüber zu informieren. Das Ganze stiess bei vielen auf grosses Unverständnis. Kommentare wie etwa: “Sein Papa, so ein senkrechter, seriöser Mann, die alle Kinder vorbildlich umsorgende, liebevolle Mutter – und dann der Älteste, der musste aus der Reihe Tanzen und zur Seefahrt!“ –  wie kann so was nur passieren? Unterstützung erhielt der Junge vor allem von seinem Onkel, einem Unternehmer im Bereich Holz- und Treppenbau.

Mit einem Seesack auf dem Rücken, einem Bahnfahrkarte Zürich – Hamburg einfach und etwas Geld in der Tasche startete er in eine aussergewöhnliche, jedoch fantastische Zeit. Eine Zeit die einige Jahre dauern sollte. Durch die vielen Fahrten seines Schiffes hatte er die einzigartige Möglichkeit die Welt kennen zu lernen. Nach Möglichkeit leistete er sich jeweils einen längeren, unbezahlten Urlaub in jeweils einem anderen Erdteilen welcher „sein“ Schiff zu jener Zeit angesteuert hatte um Fracht zu laden. Dadurch entstanden natürlich Unterbrüche in seiner damaligen Kochkarriere. Er wollte jedoch diese Menschen, ihre Kultur und ihr Leben kennen lernen und erfahren wie man in anderen Kontinenten und Ländern lebte. Es gäbe noch sehr viel über diese Zeit zu erzählen. – Allein schon das würde ein Buch füllen.

Sein Kontakt nach Hause waren ab und zu eine sehr schöne und farbige Ansichtskarte versehen mit lieben Grüssen und dem obligaten Schlussvermerk “Brief folgt”. Das Dumme daran war, dass aus Sicht seiner Mamma das nie geschah. Doch verständnisvoll wie sie einfach war hat sie das immer wieder liebevoll lächelnd akzeptiert.

Nach diesen für ihn äusserst interessanten und wie sich jeder leicht vorstellen kann sehr spannenden Jahren ging’s dann wirklich definitiv nach Hause ins “Hotel Mamma“ zurück. Bedingt durch seine verschiedenen stets ausserberuflich vielen “Reisen“ war er nach der Rückkehr praktisch mittellos.  Darum wollte er so schnell wie möglich ein paar Franken verdienen, um sich selbst und dem lieben Rest der Familie ab und zu auch eine Kleinigkeit kaufen zu können. Im örtlichen Tagblatt fiel ihm eine Stellenanzeige von einer Bestattungsfirma auf, die von sehr gutem Lohn und hohem Taschengeld schrieb. Das veranlasste ihn dazu sofort vorbei zu gehen um sich persönlich vorzustellen. Das Glück des Tüchtigen stand ihm in dem Moment bei und er bekam diese Stelle unter der Bedingung, dass er sofort die Stelle antreten könne. Genau das konnte er voller innerer Freude bejahten. Dank diesem jetzt absehbaren und erneut wieder fliessenden “Geldsegen” meldete er sich bei einer bekannten Autofahrschule an.  Im Verlauf der folgenden drei Jahre schloss er alle für ihn nützlich und wichtig erscheinenden Kategorien die Führerprüfungen mit Erfolg ab. Und so begann er im Anschluss daran seine neue Karriere als Fernfahrer. Das Fernweh zog ihn einfach immer wieder fort. Nie konnte er sich vorstellen einer sogenannt geregelten Arbeit in einem Betrieb, einer Fabrik oder gar in einem Büro nachzugehen. Er brauchte einfach seine Freiheit ganz egal ob nun seine Arbeitszeit damals in der Regel 14 bis 16 Stunden oder länger dauerte. Zu jener Zeit gab noch nicht die heutigen, neuartigen – für alle obligatorischen, modernen Fahrtenschreiber. Hauptsache, er war frei, glücklich und sehr zufrieden und hatte seine ersehnte persönliche Freiheit

Der schlechte Gesundheitszustand seiner Mamma war für Ihn Grund genug, dass er ihrer Bitte Folge leistete und ihr kleines Lebensmittelgeschäft in einem Dorf auf dem Lande übernahm und weiterführte. Sehr schnell merkte er, dass das keine zukünftige Lebensgrundlage war für ihn. Die bereits damals schnell wachsenden Grossverteiler hatten einen sehr guten Zulauf. Der alte “Tante-Emma-Laden” in seinem Dorf von damals etwa 450 Einwohnern war lediglich ein Lückenbüsser der längerfristig keine Zukunft hatte.  Auf Grund verschiedenster Umstände und gesetzlichen Vorschriften musste er eine wegweisende Entscheidung treffen. So fasste er für sich den Entschluss, dass er sich in einer staatlichen Weinfachschule zum Weinfachmann ausbilden lassen wollte. Alles klappte hervorragend und er startete nach zwei Jahren Ausbildung und erfolgreichem Abschluss mit einem eigenen Weinhandel. Auf Gruden seiner Gutgläubigkeit musste er nach einigen Jahren den unabwendbaren Konkurs anmelden. Es begann damals eine neue, gute Zeit der Festanstellung bei Weinimporteuren bis er sich eines Tages auf Grund einer Fusion und internen Umstrukturierung aus Altersgründen selbst wegrationalisieren durfte. Seine führende Stellung als Verkaufsleiter mit einem erfolgreichen Aussendienstes, ermöglichte ihm damals im Verlauf seiner letzten Anstellungsjahre gute Kontakte zu den Weinbauern in Italien zu knüpfen die seiner ehemaligen Firma Trauben- most zu bescheidenen Preisen lieferten.

Sein zweiter Neustart

Eines Tages erhielt er einen Grossauftrag von einigen hunderttausend Flaschen. Alles entwickelte sich schwieriger als Gedacht und trotzdem ausgezeichnet. Für ihn war die Welt wieder in Ordnung; er war glücklich und zufrieden. Und so war er überzeugt, dass er sich zu einem wie es schien sicheren Neustart in eine finanziell gesunde, fantastische Selbständigkeit durchstarten würde. Er gründete seine eigene Wein-Agentur. In einer vertraglichen Zusammenarbeit mit seinen von früher bestens bekannten, hervorragenden Weinproduzenten akquirierte er für diese in den Ländern der heutigen EU Weinimporteure für deren wirklich einzigartigen und hervorragenden Produkte. Das Geschäft florierte hervorragend. Eines Tages im Mai erhielt er den bereits zuvor erwähnten Grossauftrag von einem Importeur in Hamburg den er seit Jahren meinte zu kennen. Alles schien in bester Ordnung zu sein. Und das schien so bis zu dem Tag, an dem seine doch beachtliche Rechnung an diesen Importeur zur Zahlung fällig wurde. Er wurde vertröstet und in seiner doch sehr dummen Vertrauensseligkeit war er absolut überzeugt, dass er sein Geld mit grösster Sicherheit bekommen würde, so wie früher immer. Doch er missachtete bei diesem für ihn doch recht grossen Geschäftsvolumen sämtliche kaufmännischen Regeln. So vor allem ein Drittel des Betrages bei der Bestellung, 1/3 bei Lieferung, den Restbetrag innert 30 Tagen, aber eben…  – Was dann passierte ist schnell erzählt. Das Geld kam nicht! Aber er war auf Grund des Vertrages mit dem Produzenten ganz allein haftbar gegenüber diesem. Das hiess im Klartext, er musste diesem im Grunde genommen die Weine bezahlen. Ein Agreement zwischen dem Produzenten und ihm gab ihm die Möglichkeit, die Hälfte seiner Rechnung in Tranchen zu begleichen. So konnte er einen erneuten Konkurs verhindern. Der Produzent bekam wohl sein Geld, aber er war wieder einmal mehr mittellos.

Freunde unterstützten ihn und halfen ihm über die schwierigste Zeit hinweg. Ihnen allen ist er zu tiefstem Dank verpflichtet. Aber das Leben geht weiter und es gab für ihn noch einige weitere schwierige Situationen zu überwinden.

Nach einer schwierigen Zeit erarbeitete er sich wieder eine Zukunftsvision und daraus entwickelte sich wieder ein neues Ziel. Dabei lernte er vor allem seinen späteren Freund Peter kennen, ein einzigartiger, edler Mensch der ihn bei all meinem Tun beratend zur Seite stand um sein von ihm selbst gesetztes Ziel zu erreichen. Gemeinsam mit einigen wenigen weiteren wirklich echten Freunden wie etwa der Uwe Glomb, “Der Webmaster“, der Karin Schweighofer, die Media-Spezialistin und der lieben Edith Neu, der Verbindung zur geistigen Welt. Sie alle ermöglichten ihm den glücklichen Start in eine aussergewöhnlich glückliche und erfreuliche Zukunft. Dank der grossen moralischen Unterstützung seiner Frau und seiner kleinen Familie konnte er für seine Liebsten wieder eine glücklichere und sichere Zukunft aufbauen.

Es gibt nichts Gutes – ausser man tut es!

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.