Ernst Fischer

Die Magische Geschichte… Teil 1

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Einleitung

Im Laufe meines langen Lebens und der selbst gemachten Erfahrungen habe ich das eine große Geheimnis des Glücks und Zufriedenheit für alle aktiven Menschen herausgefunden. Jetzt, da meine Jahre sich nun ganz langsam ihrem absehbaren Ende entgegen neigen, erscheint es mir vernünftig, Dir und den mir nach mir folgenden Generationen mein ganzes gesammeltes Wissen weiterzugeben. Meine einfache  Ausdrucksweise und deren möglichen Mangel an grossem literarischem Gehalt, rechtfertigen keine Ausreden, Denn auf meinem Lebensweg bin ich mit weitaus schwereren Instrumenten als einer Computertastatur umgegangen. Doch auch darüber hinaus hat das Gewicht der Jahre, wie eine Handoperation mir die Hand, und auch die Gedanken in einem gewissen sehr kleinen Maße eingeschränkt.

 Nichtsdestotrotz vermag ich von Tatsachen zu berichten und von dem, was ich in diesem Zusammenhang für das Gelbe vom Ei halte. Die Frage ist nur, auf welche Weise man die Schale ohne grosse Schweinerei aufbrechen muss, um an das Innere des Eies zu gelangen und Nutzen daraus zu ziehen? Mir ist bewusst, dass ich in diesem meinem Bericht teilweise Formulierungen verwende, die mir seit meiner Schulzeit im Gedächtnis haften. Denn wenn ein Mensch meine Anzahl an Jahren erreicht, sind die vielen Geschehnisse der Jugend oft deutlicher in der Erinnerung als die Ereignisse jüngeren Datums. Es spielt wohl auch keine große Rolle, wie ein Gedanke ausgedrückt wird. Solange er hilfreich ist, wird er wahrscheinlich auch von den meisten verstanden werden.

Lange habe ich mein Hirn mit der Frage gequält, wie sich das Erfolgsrezept das ich entdeckte, am besten beschreiben lässt. Es schien mir ratsam, dieses Erfolgsrezept so weiterzugeben, wie ich es selber kennengelernt und erfahren habe. Wenn ich dabei ein wenig aus der Geschichte meines Lebens berichte, werden die Anleitung zum zusammenmischen der „Zutaten“ und der „Gewürze“ für die Vollendung der Geschichte bestimmt verstanden werden. Ich hoffe, dass die Menschen, wenn ich schon längst zu Staub zerfallen bin, mir für meine Worte Anerkennung schenken werden.

Die Geschichte und ihre Erkenntinisse

Mein Vater war ein ausgebildeter Landwirt, doch er gab bereits in jungen Jahren seinen Beruf auf und wechselte in den Beruf des Zimmermanns. Kurze Zeit darauf, im Jahre 1937, wurde ich in der Stadt Aarau, vor nunmehr etwas über achtzig Jahren geboren. Für meinen Vater wäre es sicherlich besser gewesen, wäre er einfach dem weisen Rat meiner stets besonnenen Mutter gefolgt. Doch er entschied sich anders. Wir zogen um nach Winterthur, der wunderschönen Gartenstadt. Bei einer bekannten, für die damaligen Verhältnisse großen Transportunternehmung, hatte er eine Anstellung als Fernfahrer angeboten bekommen. Hätte er alle auf ihn zukommenden Schwierigkeiten früh genug erkannt, hätte er diese Arbeit nie angenommen.

Hier beginnt die erste Erkenntnis:

Ein Mensch sollte sich nicht von den Versprechungen einer tollen Gelegenheit die sich ihm bietet blenden lassen, sondern stets bedenken, dass tausend Versprechen für die Zukunft, den Besitz einer einzigen Münze niemals aufwiegen können.

Mit wachsendem Verstand wurde mir im Verlauf der Zeit klar, dass ich mein WIE und WOHIN, gepaart mit dem weisen mütterlichen Rat, selbst entscheiden musste. Aus der Zeit zwischen meinem zwölften und meinem zwanzigsten Lebensjahr gibt es ich hier nichts weiter berichten, denn diese Zeit hat nichts mit diesem Bericht zu tun. Das Glück lächelt bisweilen seinem künftigen Opfer zu, einfach aus einer echt perversen Laune heraus. Diese Erfahrung durfte auch ich machen. Das Glück ist allerdings ein Pferd das bezwungen werden muss, es lässt sich absolut nicht verhätscheln.

Und hier folgt die zweite Erkenntnis:

Das Glück will immer wieder entschwinden, es lässt sich nur mit sanfter Gewalt festhalten. Geht man mit ihm zu zart um, so verlässt es einem und wendet sich einem Stärkeren zu        (In dieser Hinsicht gleicht es durchaus der werten Damenwelt).

Nach einiger Zeit suchte mich ein nicht vorhersehbares Unglück heim. (das Unglück ist einer der Vorboten von gebrochenem Willen und verloren gegangener Entschlusskraft). Meine kleiner Vertrieb wurden durch einen grossen Betrug beinahe zerstört und mir blieben außer viel Papier von Anwälten nichts als Schulden, deren Höhe ich zu jener Zeit nicht sofort zurückzahlen konnte. Ich beriet mich mit allen Finanzgurus die ich kannte. Doch der Betrug, der hatte meine wirtschaftliche Kompetenz beinahe zerstört. Durch intensive Verhandlungen und dem guten Willen meiner damaligen Zulieferer hätte ich mich leicht von meinen Verlusten erholt. Doch durch das Ausnutzen meiner Gutgläubigkeit wurde mein Glaube an das Gute im Menschen tief erschüttert und mein Lebensmut wollte mich verlassen. So dauerte die Zeit der teilweisen Rückzahlung einige lange Jahre. Ich war beileibe nicht mehr jener glückliche und hoffnungsfrohe junge Mann, der das einst vorbehaltlos große Vertrauen in diese Welt und deren Menschen setzte.
Im Leben bieten sich dem Menschen zahlreiche Wege an. Doch eine große Anzahl davon führen nur abwärts. Manche führen direkt in den Abgrund, andere sind weniger steil. Doch unabhängig von ihrer Beschaffenheit und deren Steilheit führen schlussendlich doch alle zum vermeintlichen, jedoch nur im Kopf des Menschen existierenden Versagen.

Ab hier beginnt die dritte Erkenntnis:

Das Versagen existiert nur im Kopf. Solange ein Mensch am Leben ist, hat er nicht versagt. Er kann jederzeit umkehren und kann denselben Weg wieder nach oben beschreiten, dem er nach unten folgte. Er wird sicher stets einen weniger steilen finden, der besser zu seinen Fähigkeiten passt –  er dauert nur ein wenig länger.

Ich war nach der vereinbarten Rückzahlung an die Zulieferer völlig ohne jegliche Mittel und besaß nicht viel mehr auf dieser Welt als die Gewissheit, Schuldenlos zu sein. Da ich ein erfahrener Mensch für den Verkauf war, fand ich relativ rasch meinen alten Verkaufsrytmus wieder, dadurch ebenfalls wieder neue Käufer. Meine spärliche freie Zeit verbrachte ich als Mann im Außendienst gezwungenermaßen in Gasthöfen. Nicht dass ich mich deswegen dem Alkohol zugewandt hätte, außer bei einigen speziellen Gelegenheiten und Festtagen. Ich wollte einfach nur wieder fröhlich sein, wieder lachen und singen können. Ich wollte wieder richtig scherzen und zusammen mit meinen Kollegen die verschlechterte Situation rasch verbessern und all das Alte vergessen.

Hier will ich die Erkenntnis vier einfügen:

Suche dir Gesellschaft unter den Fleißigen, den Aktiven, denn die Müßiggänger werden Dich gedankenlos Deiner dringend nötigen Energien berauben.

Damals, zu jener mich prägenden Zeit, fand ich großen Gefallen daran, doch nur wenn unbedingt nötig, auf die leichteste Provokation sofort mit einer Erzählung all meiner dummen Missgeschicke und meines wieder Aufstehens zu reagieren. Darüber hinaus bereitete es mir eine enorme Freude, meinen sogenannten „Freunden“ meine neuen Erfolgsmommente von Zeit zu Zeit lustvoll zu präsentieren. Ich will mich hier nicht länger über die allmähliche Zurückgewinnung meiner Lebensenergie auslassen, doch hatte ich wieder eine Vision  –  meine eigene Vision. Es ist jedoch niemals von Vorteil, sich gegenüber diesen „Freunden“ allzu sehr über die neueren, glücklichen Geschehnissen oder Umständen zu äußern, andernfalls man lediglich Missgunst provoziert – Vorteilig ist einfach, die Tatsachen für sich sprechen zu lassen.

Hier würde die fünfte und letzte zu lernende Erkenntnis beginnen. Diese lässt sich jedoch nicht in einem einzigen Satz oder einem kleinen Absatz darlegen, sondern muss dem nachfolgenden zweiten Teil dieser Geschichte entnommen werden!

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